Wer war Georg Michael Kerschensteiner?

Georg Michael Kerschensteiner (1854-1932) war einer der führenden deutschen Schulreformer, ein Vorkämpfer für die Arbeitsschule und für ein einheitliches Schulsystems.

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Georg Michael Kerschensteiner

Georg Michael Kerschensteiner lebte von 29.07.1854 bis 15.1.1932. Er war deutscher Pädagoge und Begründer der Arbeitsschule (Vorläufer der heutigen Berufsschule). Kerschensteiner war zunächst Volksschullehrer, dann Oberlehrer am Gymnasium, später Professor in München. Er war einer der führenden Schulreformer, der Vorkämpfer der Arbeitsschule und eines einheitlich aufgebauten deutschen Schulsystems.

Selbstständigkeit im Unterricht war für ihn ein wichtiges Prinzip. Er forderte, dass die Schüler eigentätig lernten und nicht nur vorgetragen bekamen. Sie sollten etwas tun, nicht bloß zuhören. Dafür sollte der einseitige „Bücherunterricht“ verkürzt werden. Was heute unter dem Begriff „learning by doing“ oder „Lernen mit Hand und Fuß“ schon in unserem Schulprogramm galt, ist auf sein Verständnis von Unterricht gegründet. Kerschensteiner führte den Handfertigkeitsunterricht (Werkstattunterricht) ein, förderte den naturwissenschaftlichen Unterricht und die Kunsterziehung und rückte die Charakterbildung in den Mittelpunkt der Schulerziehung. Er war ein großer Kämpfer für die Eigenbewertung. Dabei sollten die Schüler sich selbst beurteilen und so Verantwortung übernehmen und ihren Charakter bilden.

In seinen Schriften bemühte sich Kerschensteiner u.a. um den Begriff der Bildung. Diese werde nur durch jene Kulturgüter ermöglicht, deren Inhalte der jeweiligen Entwicklungsstufe des Schülers entsprächen. Echte Bildung, die zugleich Charakterbildung sei, könne auch durch Berufserziehung verwirklicht werden.