Pausenhelfer

Schüler können sich ab der 3. Klasse zu Streitschlichtern – wir nennen sie Pausenhelfer – ausbilden lassen.

Pausenhelfer

Auf einer Kinderkonferenz im Schuljahr 2014/15 wurde der Aufgabenbereich der Streitschlichter erweitert. Seitdem nennt sich diese Arbeitsgruppe Pausenhelfer. Zu den Aufgaben der Pausenhelfer gehört seitdem Folgendes:

  • ein Vorbild sein,
  • Streitschlichtung,
  • Kinder trösten, ihnen zuhören, sich kümmern,
  • bei Verletzungen helfen,
  • auf Kinder zugehen, die alleine stehen und sie ansprechen oder mit ihnen spielen.
  • Jede/r Pausenhelfer/in hat eine Patenklasse. Die Kinder der Klasse können ihre Paten auch außerhalb der Pause ansprechen oder die Paten bitten, bei Klassenratsitzungen zu unterstützen oder ständig wieder auftauchende Konflikte zu schlichten.
  • Auch im Schülerrat können die PH die Schülerräte in Hinblick über klassische Schulhofkonflikte informieren, damit sie Lösungen für die Verhinderung von Konfliktquellen erarbeiten können.

Außerdem können die Pausenhelfer:

  • mit Kleineren Fußball spielen
  • ein unparteiischer Schiedsrichter beim Fußballspielen sein
  • bei der Pausenausleihe unterstützen.

Zur Entstehung

„Peer-group Mediation“ oder Konfliktschlichtung unter Gleichaltrigen gibt es in anderen Ländern schon seit vielen Jahren. Ende der 80er Jahre schwappte die Methode der Mediation (Streitschlichtung) aus den USA nach Deutschland. Das Konzept „Peer-Mediation“ wurde aus amerikanischen Schulen übernommen und an deutschen Schulen erprobt. Dies ist eine erfolgreiche Methode der Konfliktschlichtung unter Gleichaltrigen, die als zentralen Kern die Konfliktschlichtungskompetenz von Schülerinnen und Schülern fördert.

Da es im Streitgespräch nicht um die Schuldfrage, sondern um die Hinführung zu Lösungsvorschlägen durch die Streitbeteiligten selber geht, ist es nicht mehr wie bisher, alleinige Aufgabe der Lehrer Konflikte zwischen Schülern zu schlichten. Die Verantwortung für den Konflikt sowie die Lösungsfindung wird den Streitbeteiligten selber auferlegt. Erfahrungen haben gezeigt, dass Schüler viel schneller und effektiver Konflikte schlichten als Lehrer. Es ist eben nicht zu leugnen, dass die Streitbeteiligten selbst die besten Experten für die Lösung ihrer Probleme sind. Ein anderer positiver Nebeneffekt ist, dass die Kinder sich an selbst gefundene Lösungen eher halten, als an auferlegte Sanktionen oder Strafen für ihr „Fehlverhalten“.

Schulordnungsmaßnahmen/Streitschlichtung

Der normale Maßnahmenkatalog, d.h. unsere Schulordnung, ist das übergeordnete Regelwerk. Streitschlichtung stellt eine zusätzliche Möglichkeit der Konfliktbearbeitung dar und ist ein wirksames Instrumentarium, hin zu einer Demokratisierung des Schulalltags. Mediation ist nur dann möglich, wenn beide Streitbeteiligten das Gespräch wollen. In Krisensituationen ist dies oft nicht der Fall, wird aber nach der Abkühlung eines Konfliktes gerne in Anspruch genommen.

Pausenhelfer

Auf einer Kinderkonferenz im Schuljahr 2014/2015 wurde die Rolle der Streitschlichter neu definiert. Im Alltag hat sich gezeigt, dass sich die Schüler neben einer Hilfe bei der Streitschlichtung Kinder wünschen, die mit offenen Augen über den Schulhof gehen und helfen, wo und wie auch immer ihre Hilfe gebraucht wird.

Die Ausbildung

In der Schule Kerschensteinerstraße werden seit dem Jahr 2003 Schülerinnen und Schüler ab der 3. Klasse zu Pausenhelfern, vormals Streitschlichtern, ausgebildet. An dieser nun schon 16 Jahre langen Tradition haben schon verschiedene mit der Schulsozialarbeit verbundene Kolleginnen mitgewirkt.

Martin Schweigl und Claudia Nühs

Seit dem Schuljahr 2016/17 werden die PausenhelferInnen nun von der Sonderpädagogin Frau Nühs und dem Beratungslehrer Herrn Schweigl ausgebildet. Bis zum Ende des Schuljahres 2017/18 wurden die PausenhelferInnen jahrgangsbegleitend auf ihren Dienst auf dem Schulhof vorbereitet. Die Ausbildung fand einmal in der Woche statt, die Ausbildung dauerte insgesamt ein halbes Jahr.

Im Schuljahr 2018/19 ist es uns nun gelungen, Sponsoren für unser Projekt zu begeistern und die Ausbildung insgesamt in eine einwöchige Ausbildungsfahrt in die Jugendherberge Lauenburg zu legen. Dank der Zuwendungen vom Lionsclub Harburg Hafen, der Stiftung Eisenbahn Bauverein, der Firma Pooltank24 und der Diakonie Hamburg hatten wir nun die Möglichkeit, die aus sechs verschiedenen Klassen kommenden Kinder auf einer intensiven, fünftägigen Ausbildung zu einer festen Gruppe zu formen, in der sich jeder auf den anderen verlassen kann. Bilder und Kommentare der jeweiligen Jahresausfahrt erscheinen sowohl auf dieser Website als auch in Form einer kleinen Broschüre.

Kompakt und komprimiert können die Kinder dann als gefestigte Gruppe auf dem Schulhof den teilweise komplexen Anforderungen einer Streitsituation erheblich nachhaltiger Stand halten als zuvor. So arbeiten die insgesamt 26 Kinder in festen Fünfer- und Sechserteams in festgelegten Pausenplänen.

Innerhalb der Ausbildung lernen die PausenhelferInnen zunächst das Konzept zur Streitschlichtung und die Regeln des Streitschlichtergespräches kennen. Spiele und Übungen zur Struktur eines Schlichtungsablaufes, zum Paraphrasieren, zur Empathie und Kooperation untereinander gehören ebenso zu den Ausbildungsinhalten wie aktives Zuhören und Gesprächsführung im Allgemeinen.

Nach der Ausbildung benötigen die PausenhelferInnen jede Woche eine „Supervisionsstunde“, in der die Kinder die Möglichkeit haben, über die geschlichteten Konflikte zu sprechen oder Organisatorisches zu klären. Diese Reflexionen finden teilweise im Großteam, teilweise in den kleinen Pausenteams statt.

Über das Schulbüro können Sie Kontakt zu den Ausbildern aufnehmen.

Ausbildungsfahrt der PausenhelferInnen 2018 nach Lauenburg